Shirt mit FBA

Nachdem mein Shirt mit dem SnapPap Label ja leider nicht wirklich gut gesessen hat. Hab ich mich mit dem Thema noch mal ein bisschen intensiver beschäftigt. Nach dem ich mich einen ganzen Tag mit Recherche im Internet und zahlreichen Blogbeiträgen verbracht habe, hab ich mir überlegt vielleicht doch noch mal mein Glück mit FBA (Full Bust Adjustment) zu versuchen. Ich hatte den Versuch schon einmal vor ein paar Jahren versucht, war da aber mit dem Ergebnis nicht wirklich zufrieden und eigentlich möchte ich auch nur sehr ungerne einen Abnäher an einem Shirt haben. Aber vermutlich wird sich das nicht vermeiden lassen.

20160506_130639_006 neuEin FBA soll man wohl machen, wenn man eine Körbchengröße größer als C hat, da die meisten Schnittmuster für eine Körbchengröße B oder C sind. Ich weis das Mc Call auch teilweise Schnitte mit größeren Cupgrößen anbietet, allerdings habe ich bei diesen keinen für ein einfaches Shirt gefunden. Also selber erstellen und hoffen, dass das Ergebnis einigermaßen gut wird.

Die Frage, ob ich eine FBA brauche, war nicht wirklich schwer, ich glaube, die Frage kann ich ohne Zweifel mit einem klaren „JA!“ beantworten.

Schwieriger war da schon die Frage wie man eine FBA macht. Im Internet gibt es mittlerweile sehr viele Beiträge dazu. Nach einigen hatte ich noch mehr Fragezeichen im Gesicht, andere hingegen waren doch recht informativ und hilfreich. Gut weiter geholfen hat mir zum Beispiel der Blogpost von Beswingtes Allerlei, hier finde ich die Beschreibung sehr verständlich, allerdings hätte ich bei der Version nicht nur einen Abnäher an der Seite gehabt, sondern auch mitten auf dem Vorderteil wäre einer entstanden. Also musste ich nach einer Möglichkeit suchen das nur ein Abnäher an der Seite übrig bleibt. Da ich leider dazu nicht so wirklich etwas finden konnte, habe ich selber ein bisschen rumprobiert und ein Probeshirt nach dem anderen gemacht, bis ich einigermaßen zufrieden war.

Zunächst musste erst einmal Maß genommen werden. Zuerst habe ich das Oberweitenmaß gemessen. Dabei wird der Brustansatz gemessen direkt unter den Achseln. Danach habe ich den Brustumfang gemessen. Nach dem Maß des Brustansatzes wird die Größe für das Schnittmuster bestimmt. Die Differenz zum Brustumfang zeigt, um wie viel der Schnitt erweitert werden muss.

Wenn zum Beispiel ein Brustansatz von 93 cm hat und einen Brustumfang von 99 cm, muss das Vorderteil um insgesamt 6 cm erweitern (also 3 cm pro Seite).

Versucht habe ich das ganze mit dem selben Schnitt von Mc Call M6964 wie bei meinem Shirt mit dem SnapPap.

Danach wurde der Brustpunkt bestimmt. Dazu habe ich das Schnittmuster an mich gehalten und dann den höchsten Punkt der Brust eingezeichnet.

Nun geht es ans Anpassen des Schnittmusters. Dazu wird eine Linie parallel zur vorderen Mitte vom Brustpunkt zur unteren Kante gezeichnet. Sowie eine Linie vom Brustpunk zur Seitenkante im 90-Grad-Winkel zur ersten Linie. Nun wird noch eine Linie vom unteren Drittel des Ärmelausschnittes zum Brustpunkt gezeichnet.

Als Nächstes wurde das Vorderteil auseinander geschnitten. Einmal von der unteren Kante des Schnittmusters bis knapp vor den Ärmelausschnitt und von der Seitennaht bis knapp vor den Brustprunkt.

Nun lässt sich das Schnittmuster auseinander ziehen, und um die oben gemessenen 3 cm erweitern. Dadurch wurde die Seitennaht länger als die vordere Mitte, also wurde hier das Schnittmuster auch noch mal zerschnitten und verlängert. Danach habe ich die nun entstandenen Stellen mit Papier unterlegt und fixiert, damit nichts mehr verrutschen kann.

Jetzt konnten also die Abnäher eingezeichnet werden. Mein Brustabnäher endet ca. 5 cm vor dem Brustpunkt.

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Allerdings hatte ich an der Stelle immer noch das Problem, das ich auch am Bauch Abnäher hätte. Um das zu umgehen, habe ich von der Taille aus nach unten eine weitere Linie gezogen. Von der Seite bis zur neu gezogenen Line am unteren Ende liegen 3 cm, die 3 cm die oberhalb der Teile ja brauchen für die Brustweite aber unterhalb der Taille nicht mehr benötigen. Den Streifen habe ich dann noch weggeschnitten und habe somit keinen Abnäher an der unteren Kante.

Mein Schnittmuster war nun endlich fertig:

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Und so sieht das erste Shirt nach dem neuen Schnitt aus.

20160506_130639_006 neu

Die Falten sind weniger geworden, zwar immer noch nicht ganz weg aber besser als vorher?!?!

vorher (ohne FBA)                                      nachher (mit FBA)

Die Falten entstehen erst wenn ich die Ärmel eingenäht habe, weis vielleicht jemand woran das liegen könnte?

Viele Grüße

Brina

Verlinkt bei MMM.

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9 Gedanken zu “Shirt mit FBA

  1. Wow, das sieht auf jeden Fall schon viel besser aus!
    Warum da immernoch kleine Fältchen sind kann ich nicht sagen, dieses Phänomen beobachte ich bei meinen Shirts / Jerseykleidern auch immer wieder. Ich nehme das mittlerweile als gegeben hin 😀
    Vielleicht weiß ja jemand anderes noch Rat.
    Ich wünsch Dir einen schönen Tag, Freja.

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    • Danke für deinen Kommentar. Ich überlege auch schon das einfach als gegeben hin zu nehmen. Allerdings wäre es schon interessant zu wissen woher das kommt.
      LG

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  2. Hallo,
    ich habe auch immer dieses Passformproblem im Vorfeld zu beachten. Das geht bei mir dann schon bei der Schnittwahl los. Z.B. scheue ich asymetrische Schnitte, weil ich nicht weiß, wie ich da auf beiden Seiten die gleiche FBA machen soll. 😀
    Bei Shirts mag ich am liebsten keine Abnäher einfügen. Deshalb teste ich gerade die Pivot and Slide Methode von Nancy Zieman. Hier auf der Seite findest du ein Video dazu:
    http://www.nancyzieman.com/blog/sewing-with-nancy/how-to-alter-patterns-for-narrow-shoulders/
    Bei meinem Kleid nach dem Buch von Rosa P: hab ich die Methode ausprobiert.: http://buntestempelwelt.blogspot.de/2016/03/mein-kleid-aus-dem-buch-von-rosa-p.html
    Vielleicht wäre das auch was für deine Shirts.

    lG Claudia

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    • Hallo Claudia,

      vielen Dank für deinen Kommentar und die Tips. Die Methode kannte ich noch gar nicht und das Kleid das du danach gemacht hast sieht echt super aus. Vielleicht wag ich mich da auch mal dran 🙂
      LG
      Brina

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  3. Na, das ist doch gar keine Frage, ob das besser ist! Das ist super! Und die Falten die jetzt noch da sind, kommen ja anscheinend eh von was anderem. Ich hab solche Falten auch manchmal und mache nichts dran 😉 Ich habe den Eindruck, dass das daher kommt, dass die Armkugelnaht am Ärmel zu steil ist. Also der teil, der unter der Achsel praktisch ist und relativ horizontal ist ist zu kurz. Besonders habe ich das nämlich, wenn der Ärmel im Bruch zugeschnitten wird und von hinten und vorne gleich ist. Also da würd ich jetzt ansetzen, aber muss auch echt nicht in meinen Augen, sieht auch so echt gut und passend aus, also wie du lustig bist 🙂 Die Farbe finde ich übrigens auch klasse an dir 🙂
    Liebe Grüße
    Katharina

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    • Vielen Lieben dank für deinen Kommentar und deine Einschätzung. Ich bin mit dem Ergebnis auch wirklich schon sehr zufrieden. Bei Gelegenheit werde ich mir aber deinen Tipp mit dem Ärmelausschnitt ansehen. Aber ich denke so ist es auch erstmal gut und tragbar 🙂
      LG
      Brina

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  4. Hallo Brina!
    Das ist aber eine ganz eindeutige Verbesserung!
    Hast du dich auf dem Blog von crafteln schonmal umgeschaut? Da gibt es aktuell eine ganze Serien zum Thema Schnittmusteranpassung und einige Teile auch zu FBA. Ansonsten kannst du dort vielleicht nochmal nachfragen, es kann dir bestimmt noch weiter geholfen werden.

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